Der Kirchenraum und seine Ausstattung
Bei der Gestaltung des Innenraumes suchte Becker eine auf Einheitlichkeit
zielende Lösung. Wesentliche Bedeutung kam hierbei der Architektur zu,
der die malerische sowie bauplastische Ausgestaltung ein- beziehungsweise
untergeordnet wurde.
Auch die Kirchenausstattung wurde in diesen architektonischen Rahmen
eingebunden, wodurch es Becker gelang, den unterschiedlichen Wünschen
seitens der Auftraggeber und Stifter nachzukommen und dennoch die
einheitliche Gesamtwirkung zu wahren.
Dieses Ziel vor Augen, legte er in den Entwürfen die Grundanlage sowie die
Disposition der Tafeln und Figuren, das zu verwendende Material und den
ornamentalen Schmuck der Ausstattungsstücke fest. So gelang es Becker,
einen sehr weitreichenden Einfluss auf die Gestaltung zu nehmen, bevor der
Auftrag an die entsprechenden Künstler weitergeleitet wurde. Becker ist
demnach auch ein wesentlicher Anteil an der Innenausstattung zuzuschreiben.
Die Elisabethkirche gehört zu den wenigen nahezu vollständig erhaltenen
großen Stadtpfarrkirchen des Späthistorismus, und bildet in ihrer Gestaltung
und Formensprache nicht nur ein typisches Beispiel für den Architekten
Becker sondern darüber hinaus ein 'Paradigma' neoromanischer Kunst selbst.
Literatur
Die christliche Kunst 3 (1906/07),
S. 121-136.
Die christliche Kunst 12 (1915/16), S. 22f.
Thieme-Becker, Künstlerlexikon, Bd. XXX (1936), S. 61.
Michael Bringmann, Studien zur neuromanischen Architektur in Deutschland
(Diss.) Heidelberg, 1968.
Raum und Ausstattung rheinischer Kirchen 1860-1914, Beiträge zu den
Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland, Bd. 26 (1981), S.107-132.
Saur, Allgemeines Künstlerlexikon, Bd. 8 (1994), S. 172.