Ludwig Becker
* 19.11.1855 in Köln
+ 13.07.1940 in Mainz
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Sohn des gleichnamigen Kölner Werkmeisters und Dombaukontroleurs
(1819-1900);
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Studium: ab 1874 TH Aachen
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praktische Ausbildung: Kölner Dombauhütte
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an Restaurierungsmaßnahmen in Oppenheim, Metz und Straßburg
beteiligt
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ab 1884 als Dombaumeister in Mainz tätig
Sein Werk umfasst 317 Kirchen, die er neu erbaut, erweitert oder restauriert hat.
Dabei zeigt sich ein besonderes Interesse an den Stilphasen der
Übergangszeiten, der Romanik, der Gotik und des Barock, die er im Sinne
des Späthistorismus zu Variation, Erweiterung und Veränderung seines
Formenrepertoirs nutzte. In seiner Grundrißgestaltung und Raumaufteilung
hingegen ist er der zeitgenössischen Architektur, vornehmlich den Lösungen
evangelischer Predigtkirchen, verpflichtet und trägt damit zur Modernisierung
katholischer Grund- und Aufrissschemata bei.
Unter den Neubauten sind u.a. zu nennen: -
St. Marien, Düsseldorf (1894-1896)
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St. Luthwinuskirche, Mettlach (1899-1903)
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Herz-Jesu-Kirche, Koblenz (1900-1903)
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St. Elisabeth, Bonn (1906-1910).
St. Elisabeth - Beckers Konzept für den Außenbau
In Anlehnung an die Romanik bestimmt die Monumentalität der kubischen
Bauformen und ihre lebhafte Rhythmisierung den Außenbau der
Elisabethkirche. Im Umschreiten der Kirche entfaltet sich eine Vielfalt an
malerischen Ansichten und Durchblicken, dergestalt, -so Becker- "dass der
Bau ein blühendes Leben entwickelt, sobald man seinen Standpunkt ändert."
Dieser Lebendigkeit der Beckerschen Architekturvorstellung dient gleichfalls
das Prinzip der vielfältigen Variation architektonischer Rahmungs- und
Gliederungselemente sowie zahlreicher plastischer Details. Ein Prinzip, das
in der Zufälligkeit seiner Anwendung den Anschein des im Laufe der
Jahrhunderte Gewachsenen, des natürlich Entstandenen, Alten erwecken will.
Obgleich sich Becker in einzelnen Motiven an Vorbildern der rheinischen
Romanik orientiert, lässt sich doch kein Beispiel im Besonderen hervorheben.
Vielmehr gestaltet Becker eine Art Glossar romanischer Motive, ein
Musterbuch romanischer Vielfalt und Möglichkeiten.
| Der Kirchenraum und seine Ausstattung
Bei der Gestaltung des Innenraumes suchte Becker eine auf Einheitlichkeit
zielende Lösung. Wesentliche Bedeutung kam hierbei der Architektur zu,
der die malerische sowie bauplastische Ausgestaltung ein- beziehungsweise
untergeordnet wurde.
Auch die Kirchenausstattung wurde in diesen architektonischen Rahmen
eingebunden, wodurch es Becker gelang, den unterschiedlichen Wünschen
seitens der Auftraggeber und Stifter nachzukommen und dennoch die
einheitliche Gesamtwirkung zu wahren.
Dieses Ziel vor Augen, legte er in den Entwürfen die Grundanlage sowie die
Disposition der Tafeln und Figuren, das zu verwendende Material und den
ornamentalen Schmuck der Ausstattungsstücke fest. So gelang es Becker,
einen sehr weitreichenden Einfluss auf die Gestaltung zu nehmen, bevor der
Auftrag an die entsprechenden Künstler weitergeleitet wurde. Becker ist
demnach auch ein wesentlicher Anteil an der Innenausstattung zuzuschreiben.
Die Elisabethkirche gehört zu den wenigen nahezu vollständig erhaltenen
großen Stadtpfarrkirchen des Späthistorismus, und bildet in ihrer Gestaltung
und Formensprache nicht nur ein typisches Beispiel für den Architekten
Becker sondern darüber hinaus ein 'Paradigma' neoromanischer Kunst selbst.
Literatur
Die christliche Kunst 3 (1906/07),
S. 121-136.
Die christliche Kunst 12 (1915/16), S. 22f.
Thieme-Becker, Künstlerlexikon, Bd. XXX (1936), S. 61.
Michael Bringmann, Studien zur neuromanischen Architektur in Deutschland
(Diss.) Heidelberg, 1968.
Raum und Ausstattung rheinischer Kirchen 1860-1914, Beiträge zu den
Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland, Bd. 26 (1981), S.107-132.
Saur, Allgemeines Künstlerlexikon, Bd. 8 (1994), S. 172.
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