Katholische Pfarrgemeinde St. Elisabeth, Bonn

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100 Jahre Klais-Orgel in St.-Elisabeth, 21.5.2011

Mit einem Festkonzert feierten wir das 100jährige Orgeljubiläum am 21. Mai 2011. Im Rahmen des 2. Bonner Orgelfestes spielten Prof. Otto Depenheuer (Orgel) und die Kölner Domkapelle unter der Leitung von Winfried Krane. Das Konzertprogramm von französischen Komponisten der Spätromantik und Moderne begeisterte die vielen Zuhörer in der sehr gut besuchten Kirche. Zur Aufführung kamen selten gespielte Werke von Alexandre Guilmant und Jean-Marc Cochereau.

So erklang zum Beispiel der mitreißende Boléro von Cochereau für Orgel und kleine Trommel genauso wie die große Zweite Symphonie von Guilmant mit Bläsern und Pauken.

Tags darauf fand um 10 Uhr ein Festhochamt statt. Der ehemalige Pfarrer von St. Elisabeth, P. Edmund Jäckel smm, thematisierte in seiner Predigt den Zusammenhang von Kirchenmusik und Liturgie. Dabei ging er auch konkret auf unsere Orgel, den Chor und die Geschichte der Kirchenmusik des vergangen Jahrhunderts ein. Unter der Leitung von Winfried Krane gestalteten der Elisabeth-Chor und die beiden Organisten Prof. Otto Depenheuer und Günter Schürmann die Messe von C. Saint-Saens für Chor und zwei Orgeln.

Die viermanualige Elisabeth-Orgel wurde 1910/11 durch die Bonner Orgelbau-Anstalt Joh. Klais gebaut. Die Finanzierung des Instruments zwang zu einem Bau in Abschnitten. Die komplette Spielanlage mit 23 Stimmen erklang am 1. September 1910 zum ersten Mal, bevor im Dezember 2011 die Hauptorgel mit 48 Registern fertiggestellt wurde. Die vollpneumatische Orgel hat eine Disposition nach dem Prinzip der späten deutschen Orgelromantik. Erst 1989 konnte das Fernwerk (Chororgel) nach den Plänen von 1910 erstellt werden. 2002 erfolgte der Einbau einer elektropneumatischen Setzeranlage.

Die Gehäusegestaltung der Orgel wurde durch den Architekten der Kirche, Prof. Ludwig Becker, vorgeschrieben. Die Chororgel befindet sich hinter dem Hochaltar und verändert dadurch die Innenansicht der Kirche nicht. Als pneumatische und elektropneumatische Doppelorgel im Klang- und Trakturideal der späten Romantik ist die Elisabethorgel im Rheinland einzigartig.

Die Tage zum Orgeljubiläum spannten auf diesem einzigartigen Instrument einen Bogen von der Orgelromantik bis zur Moderne.

Christopher Jelen, Michael Koenen

Fotos von Christopher Jelen und Bernadette Bursy