Katholische Pfarrgemeinde St. Elisabeth, Bonn

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Das neue Gebet- und Gesangbuch "Gotteslob" für die Diözesen des deutschsprachigen Raumes

Ab dem 23. Februar 2014 ist es auch in unserem Pfarrverband Bonn-Süd soweit: Das neue katho­li­sche gemein­same Gebet- und Gesang­buch (GGB) "Got­tes­lob" wurde seit Advent 2013 schrittweise in den katho­li­schen Gemein­den Deutsch­lands, Öster­reichs und Süd­ti­rols ein­ge­führt und kommt nun auch bei uns in Gebrauch. Das neue Got­tes­lob setzt sich aus einem gemein­sa­men Stamm­teil aller Diö­ze­sen Deutsch­lands, Öster­reichs und des Bis­tums Bozen-Brixen und einem (jeweils ver­schie­de­nen) Eigen­teil der ein­zel­nen Diö­ze­sen zusam­men. Je nach Umfang des Eigen­teils umfasst es zwi­schen 1200 und 1300 Seiten, die Erst­auf­lage aller Aus­ga­ben liegt bei rund 4 Mil­lio­nen Exemplaren.

Rund 100 Fach­leute aus Theo­rie und Pra­xis haben das Buch in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren erar­bei­tet. Die Katho­li­ken vor Ort waren mit Umfra­gen und einem Test­lauf in aus­ge­wähl­ten Gemein­den ein­be­zo­gen. Das neue "Got­tes­lob" ist das Nach­fol­ge­werk des 1975 erst­mals erschie­ne­nen Ein­heits­ge­sang­bu­ches „Got­tes­lob“. Es will sowohl Gebet- und Gesang­buch für den Got­tes­dienst als auch Haus­buch für Fami­lie und All­tag sein. Dabei wurden von der Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz nicht nur Lieder und Gebete ausgewählt, sondern auch neue Texte und Melodien geschrieben bzw. beauftragt. Neu ist, dass auch die Gemeinden in diesen Prozess mit einbezogen wurden. Nachdem man alle Anregungen ausgewertet hatte, die seit dem Erscheinen des alten Gotteslob beim Deutschen Liturgischen Institut in Trier eingegangen waren, startete 2003 eine Umfrage zum alten Gotteslob. Aus diesen Erkenntnissen und natürlich auch aus dem Rat der entsprechenden Experten entstand die „Probepublikation“, die von 2007 bis 2008 in 186 Gemeinden getestet und durch verschiedene Fragebögen bewertet wurde. Die Antworten zeigten, dass man sich auf dem eingeschlagenen Pfad weiterbewegen konnte.

"Der Wunsch dahinter ist: Mit dem neuen Gotteslob soll der Glaube in Deutschland gestärkt werden."

Das Ergebnis sieht so aus: ein wesentlich übersichtlicheres Layout ist gefüllt von vielen neuen, aber auch alten Liedern. Vieles, was aus den Kinder- und Jugendmessen der letzten Jahrzehnte bereits vertraut ist, fand Aufnahme ins neue Gotteslob. Gut die Hälfte der Lieder aus dem alten Gotteslob ist auch im neuen vertreten. Es gibt einen völlig neu bearbeiteten Teil für Andachten und Wortgottesfeiern und erstmalig auch verschiedene Angebote für gestaltete Feiern zu Hause. Dabei wurden besonders feierliche Anlässe berücksichtigt, wie der Heilige Abend in der Familie, aber auch existentielle Situationen, wie das Gebet am Totenbett. Neu sind auch katechetische Texte, die gut verständlich erklären, was unser Glaube enthält und was beispielsweise einzelne Symbole, wie das Kreuz mit Weihwasser am Kircheneingang, bedeuten. Das neue Gotteslob ist ein Buch für das gesamte Glaubensleben, das einem wirklich zum Begleiter werden kann. Das neue GGB glie­dert sich grund­sätz­lich, wie auch schon das Got­tes­lob von 1975, in einen Stamm­teil und in einen diö­ze­sa­nen Eigen­teil. Es wer­den die revi­dier­ten Fas­sun­gen der lit­ur­gi­schen Bücher zugrunde gelegt. Zur Gewähr­leis­tung hoher Prak­ti­ka­bi­li­tät haben die betei­lig­ten Bischofs­kon­fe­ren­zen für das Got­tes­lob 2013 die Bei­be­hal­tung einer klas­si­sche Glie­de­rungs­weise beschlos­sen:

Ein ers­ter Abschnitt des neuen Buches wird unter der Über­schrift "Geist­li­che Impulse für das täg­li­che Leben" Gebete und Fei­ern für die Fami­lie (z. B. Haus­ge­bete am Hei­lig­abend, Gebete am Bett eines Ver­stor­be­nen) ent­hal­ten. "Psal­men, Gesänge und Lita­neien" wer­den im fol­gen­den Abschnitt dar­ge­bo­ten. Darin wer­den sich bewährte Kir­chen­lie­der und Lita­neien ebenso fin­den las­sen wie noch unbe­kann­tes neues Lied­gut. Der dritte Abschnitt schließ­lich umfasst den Bereich "Got­tes­dienst­li­che Fei­ern", wozu neben der sonn­täg­li­chen Eucha­ris­tie­feier auch die ande­ren Fei­ern der Sakra­mente sowie Tag­zei­ten­lit­ur­gien, Wort-Gottes-Feier und Andach­ten zu zäh­len sind. Die Struk­tur im Überblick:

  • I. Geist­li­che Impulse für das täg­li­che Leben
    (Gebete - Fei­ern im Umfeld der Fami­lie)
  • II. Psal­men, Gesänge und Lita­neien
    (Psal­men - Mess­ge­sänge - Gesänge - Lita­neien)
  • III. Got­tes­dienst­li­che Fei­ern
    (Fei­ern der Sakra­mente und Sakra­men­ta­lien - Tag­zei­ten­lit­ur­gie - Wort-Gottes-Feier - Andachten)

Die betei­lig­ten Diö­ze­sen kon­zi­pie­ren ihre jewei­li­gen Eigen­teile in Anleh­nung an den Stamm­teil und ergän­zen die­sen so um regio­nale Aspekte. Ein ver­bes­ser­tes Regis­ter wird dem Benut­zer das Buch inhalt­lich erschlie­ßen und das Auf­fin­den von Lie­dern, Gebe­ten und Bibel­stel­len erleich­tern. Zudem gibt es eine Art Stich­wort­re­gis­ter, das zu den ver­schie­de­nen inhalt­li­chen Erläu­te­run­gen führt.

Bei der Gestal­tung des neuen Got­tes­lob wurde selbst­ver­ständ­lich auch die Frage nach Bild­wie­der­ga­ben und gra­phi­schen Zeich­nun­gen gestellt. Das neue Gebet- und Gesang­buch sollte neben dem Text- und Lied­teil auch Bild­mo­tive ent­hal­ten, die einen wei­te­ren opti­schen Schwer­punkt set­zen konnten. In Gesprä­chen mit Künst­lern und der Katho­li­schen Bibel­an­stalt in Stutt­gart wurde die Frage der Bebil­de­rung vor­ge­klärt. In den vie­len Dis­kus­sio­nen um ein zeit­ge­mä­ßes Lay­out stellte sich bald her­aus, dass die­ses Buch keine Ansamm­lung von bekann­ten Kunst­wer­ken beinhal­ten sollte, die den Raum für Texte und Lie­der beschnei­den und dann auf­grund des vor­han­de­nen Plat­zes nur zu klei­nen "Brief­mar­ken" mutie­ren würden. Daher hat man entschieden, insgesamt drei Farbbilder zu verwenden: Zwei ergänzen den Stammteil, ein weiteres drittes Motiv eröffnet den diözesanen Eigenteil und wurde von den jeweiligen Bistümern individuell ausgewählt.

Einführungsaktionen und Handreichungen laden uns ein, das neue Buch kennenzulernen und auch wirklich zu benutzen. Neben den Veranstaltungen, die in unserem Pfarrverband angeboten werden, gibt es die Gelegenheit, an einem Studientag zum neuen Gotteslob teilzunehmen, der am 8. April 2014 von 9.30 bis 16.30 Uhr im Collegium Albertinum stattfindet (Referenten: Dr. Gunther Fleischer [Erzbischöfliche Bibel- und Liturgieschule, Köln] und Christoph Seeger [Kirchenmusiker, Düsseldorf]); Anmeldung und weitere Auskünfte bei Herrn Peter Deckert (Erzbischöfliches Generalvikariat Köln, Tel.: 0221-16421467, Email: bildung-pastorale-dienste@erzbistum-koeln.de).

Weitere Informationen zu Veranstaltungen und Material zum neuen Gotteslob finden Sie unter www.pfarrbriefservice.de sowie auf www.gotteslob.liturgie.de.