Katholische Pfarrgemeinde St. Elisabeth, Bonn

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Elisabeth-Fest 2014

Begleiten, Abschied, Erinnern, Leben mit dem Tod - Licht in das manchen dunkel scheinende Thema brachten die Veranstaltungen vom 8. bis zum 23. November in und um St. Elisabeth:

An allen Tagen die Ausstellung im schönen Kapitelsaal "Radieschen von unten - am Ende ist nicht Schluss", diese verbunden mit Expertengesprächen sowie einem Vortragsabend nebst Führung im Bestattungsinstitut Hebenstreit & Kentrup.

Weiterhin: hervorragende Konzerte, Kino, Kabarett (jawohl, der bekannte "Tod im Rheinland" vom Pantheon in der befreundeten Lutherkirche, klasse!), Taschenlampenführungen in Schiff, Chor, Galerien und Turmgemächern der nächtlichen Basilika, Ewiges Gebet und Anbetung.

Einige Schlagworte: Glaube, Ehrung, Aufbahrung, Sarg und Urne, verbrennende, verwesende und konservierende Bestattungsarten, Gedenken, Trauer nach innen und außen, in Krieg und Frieden, Historismus und Bürgertum des 19. Jahrhunderts mit speziell seinen weiblichen Grabplastiken und anderen Besonderheiten, ethnische Prägungen, Gestaltungen und Bräuche im Wandel der Zeiten einschließlich ihrer jeweiligen Diskussionen.

Die Veranstaltungen wie auch aktuelle Medienbeiträge (zB. FAZ v. 15.11.2014, S. 21) angesichts einer zunehmend negierenden und beiseiteschiebenden, anonymisierenden, störungsvermeidenden und billigen Herangehensweise der Angehörigen an Begleiten, Sterben, Tod und Gedenken, dazu der freundlich gemeinten Wünsche der Testierenden, so wenig wie möglich "zur Last zu fallen", zeigen:

Begleiten und Abschied verlagern sich aus der Wohnung und von den Angehörigen weg mehr und mehr in Heim, Krankenhaus und Hospiz. Der Todesprozess verschwindet aus der Selbstverständlichkeit, Nähe und Vertrautheit des Lebens.

Es ist vielen Nachkommen ein Herzenswunsch, einen genauen Bestattungsort zu kennen oder doch allermindestens ein Denkmal zu haben. Bis hin zum ersatzweise nachträglich klammheimlich angebrachten Messingschildchen an der Parkbank neben der kahlen, anonymen Aschen- bzw. Urnenwiese, die sich der Verstorbene ausbedungen hatte. Ein individueller, konkreter Liegeort, sagen Experten, ist für die Hinterbliebenen wesentlich für Trauerarbeit und Erinnerung. Und welcher sein Weggehen Bedenkender würde nicht gerne mindestens auf einem kleinen Markstein für zwei, drei Jahrzehnte sagen können: "ich war da, und hier bin ich jetzt", wenn es denn aus seiner Sicht nicht zu umständlich wäre?

In den verschiedenen Teilen der Veranstaltungsreihe ist es gelungen, die Menschen recht als Teilnehmende ohne Grauen an alle Themen heranzuführen. Und in einem friedvollen, sanftmütigen und zuversichtlichen Geist präsentierte sich das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré, der sich hierin von manch bleischweren anderen Kompositionen wohltuend distanziert.

Blicke auf den Glauben ans Jenseits schenkt nicht zuletzt unser schönes Gotteshaus, wohl am augenfälligsten im Himmlischen Jerusalem in der Interpretation durch die Bilder der Vierungskuppel und den Radleuchter, beide detailliert gestaltet im Sinne der Offenbarung des Johannes.

Es gab viele positive Reaktionen und differenzierte, intensive Diskussionsbeiträge; dafür ein besonders herzliches Dankeschön und vergelts Gott!

Die Erlöse aus Basar, Bewirtung und Spenden gehen an ein Projekt in Pakistan.

Übrigens: das Festhochamt und ein entschlossener Küster halfen dem Pfarrer sogar auf die Kanzel! Da gilt es für künftige und vermehrbare Anlässe bestärkend nachzuarbeiten.

Nicht zuletzt und nun als Schluss: hier wurde in der vielfältigen Verknüpfung alles Einzelnen zu einer zweiwöchigen Aufführung wahrlich ein Gesamtkunstwerk geschaffen.

Umso mehr ein riesiges Danke und vergelt's Gott all unseren Initiatoren, Organisatoren, Helfenden, Hand- und Kunstwerkenden!

Michael Koenen

Bilder und Text Copyright:

  • Werner Kentrup
  • Michael Koenen
  • Dr. Hedwig Nosbers
  • Anke Oedekoven