Katholische Pfarrgemeinde St. Elisabeth, Bonn

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Konzerte im Rahmen des Patronatsfests 2008

Sonnabend, 15. November 2008, 18.00 Uhr

Giacomo Pucini (1858-1924) Messa di Gloria

Sinfonische Werke in Orgeltranskriptionen von Otto Depenheuer

Domkantorei Köln
Kölner Domkapelle
Phillip Langshaw, Bariton
Antonio Badinski, Tenor
Otto Depenheuer, Orgel
Leitung: Winfried Krane

  • Preludio sinfonico A-dur, PWV 32[1882]
  • Kyrie
  • La Tregenda g-moll, PWV 60 [1883/84]
  • Goria
  • Scherzo a-moll, PWV 50 [1882]
  • Credo
  • Preludio di Edgar, PWV 62 [1889/91]
  • Sanctus, Benedictus, Agnus Dei

Giacomo Puccini (1858-1924) verfasste mit der „Messa a 4 voci“ am Ende seiner Schulzeit (1880) in Lucca gleichsam ein Gesellenstück auf dem für ihn vorgesehenen Weg als Kirchenmusiker seiner Heimatstadt. Seine Familie war in der vierten Generation Kirchenmusiker und Lehrer in Lucca gewesen und Giacomos Ausbildung am Musikgymnasium war ebenso auf diese Aufgaben hin ausgerichtet. Der Vater Michele hatte bis zu seinem frühen Tod 1864 das „Instituto musicale“ geleitet und in seiner Nachfolge hätte man gerne den jungen Giacomo gesehen. Der aber verließ Lucca, um in Mailand am Konservatorium weiter zu studieren. Er verfolgte den Traum in die Nachfolge des von ihm so sehr verehrten Richard Wagners als Opernkomponist einzutreten, was ihm schließlich auch gelang.

Der so typische Puccini-Opern-Sound entwickelte sich demnach aus seiner kirchenmusikalischen Orientierung in Lucca. Seiner Messa di Gloria, die erst 72 Jahre nach ihrer Premiere (1880) in Amerika wieder aufgeführt wurde, erscheint in diesem Zusammenhang nicht als Opern-Musik in der Kirche, sondern als kirchenmusikalisch ernst gemeintes Oeuvre des Gesamtwerks Puccinis. Die Satzfolge des Gloria und des Credo lassen schon den formalen Aufbau der späteren Puccini-Opern erkennen, indem Chöre, Arien, und Instrumentalzwischenspiele ineinander laufen, eine vermutlich von Wagners Opern übernommene Kompositionstechnik.

Seine Affinität zu Wagner zeigt sich hörbar an so mancher Stelle. Im Kyrie, im „Laudamus“ des Gloria wie im „Quoniam“ z. B. mag man sich in die Meistersinger versetzt fühlen; das Studium Bachscher Fugen äußert sich überdeutlich im „cum sancto“, mit Exposition, Zwischenspielen und weiteren (auch eng geführten und doppelt fugierten) Versionen.

Puccini verwendet später zwei Sätze der Messe in Opern. Das Kyrie taucht als ein aus einer Kirche tönendes Orgelstück im ersten Akt von „Edgar“ (1885-1889), das Agnus Dei als „Madrigale“ im zweiten Akt von „Manon Lescaut“ (1889-1892) wieder auf, ohne dass die Opernbesucher die reale und einst sehr ernst gemeinte Quelle hätten wieder erkennen können.

Winfried Krane

Sonnabend, 22. November 2008, 18.00 Uhr

Bjørn Andor Drage

Bodö, Norwegen

Sigfrid Karg-Elert (1877 - 1933)
"Ach bleib mit deiner Gnade"
Sinfonischer Choral op. 87,1

Dritte Sinfonische Kanzone op. 85,3
Fuge, Kanzone und Epilog
mit Violine und obligaten 4 Frauenstimmen
Katharina Kreuzer, Violine
Frauenstimmen der Domkantorei Köln

  • "Blasse Blumen"
  • "Savoyard"
  • "Klösterliche Melodie"
  • "Eine Sonnensekunde"
  • "Tempo di Valse"

aus "Impressionen" op. 102

"Harmonie du Soir" op. 72,1

"Nun ruhen alle Wälder"
Sinfonischer Chorale op. 87,3
mit Violine und obligatem Sopran
Katharina Kreuzer, Violine
Jutta Gräwe, Sopran

Max Reger (1873-1916)
Fantasie und Fuge op. 52,2 über
"Wachet auf, ruft uns die Stimme"

Björn Andor Drage wurde 1959 geboren. Von 1978 bis 1984 studierte er an der Musikhochschule in Oslo. Er ist Komponist, war Organist der Kathedrale von Bodö, war Dozent für Orgel am Conservatorium in Tromsö und war Leiter der Bodö Sinfonietta. Als Gastdirigent arbeitet er mit dem Trondheim Symphony Orchestra, TrondheimSolistene, Midt-Norsk Vokal Ensemble, Oslo Chamber Choir, Tromsø Symphony Orchestra und dem Chamber Choir Vokal Nord. Er ist Professor an den Universitäten von Bodö und Troms wie musikalischer Leiter der VocalArt, einem professionellen Chor Norwegens. Er konzertierte bereits in Schweden, Finnland, Estland, Dänemark, Island, Deutschland Italien und Griechenland. Seine Kompositionen und Bearbeitungen für die Orgel wie für Chor überzeugen wie seine Verbindungen zur Rock-Musik. Er machte zahlreiche Aufnahmen für Rundfunk, Fernsehen und auf CD.